Stauferstele Güglingen

Erwähnung im Seligenstädter Vertrag von 1188

Güglingen liegt im Südwesten vom Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg und hat etwas mehr als sechstausend Einwohner. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1188 in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien. Wie aus Güglingen bekannt wurde, soll dies 2017 mit einer Stauferstele auf dem neugestalteten Platz östlich des Rathauses gewürdigt werden.


VON PETER KOBLANK (2017)

Im Seligenstädter Vertrag von 1188 wird als Morgengabe der künftigen Schwiegertochter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa unter dreißig Burgen, Höfen, Städten und Eigengütern sowie einer Vogtei auch ein Eigengut in Güglingen (all[odium] in gugelingen) erwähnt.

Der altniederfränkische Begriff Allod ist aus all (voll, ganz) und od (Gut, Besitz) zusammengesetzt. Er steht für einen Besitz, über den man "voll und ganz" verfügen konnte und wurde als allodium in das Mittellatein übernommen. Neben diesem Eigengut gab es im Mittelalter das Lehen, ein von einem Lehensherrn "geliehener" Besitz, über den man nicht frei verfügen konnte.

Güglingen ist auf Grund der Endung "ingen" wahrscheinlich eine alemannische Gründung aus dem 4./5. Jahrhundert. Im zwölften Jahrhundert hatten die Staufer dort ein Eigengut, das Teil der Morgengabe einer künftigen Schwiegertochter Barbarossas werden sollte.

Im Seligenstädter Vertrag von 1188 wurde die Vermählung von Herzog Konrad von Rothenburg, einem Sohn von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, mit Berengaria, der ältesten Tochter von König Alfons VIII. von Kastilien vertraglich geregelt. Zur Morgengabe der Braut gehörten dreißig Burgen, Höfe, Städte und Eigengüter sowie eine Vogtei – darunter auch ein Eigengut in Güglingen (allodium in gugelingen), das hier erstmals urkundlich erwähnt wird. Dieser Ehevertrag wurde jedoch niemals in die Praxis umgesetzt.

Im 13. Jahrhundert gelangte Güglingen an die Herren von Neuffen.

Mehr als vierzig Jahre nach Ende der staufischen Herrschaft nördlich der Alpen wurde die Siedlung in einer Urkunde vom 8. März 1295 erstmals als Stadt (civitas) bezeichnet. Aus dieser Urkunde geht hervor, dass Güglingen damals an Konrad IV. von Weinsberg verpfändet war. Dem Weinsberger gehörte seit 1284 auch schon die Burg auf dem Hohenneuffen. Die Neuffener Hauptlinie, die auf der Stauferstele Hohenneuffen thematisiert ist, war damals bereits erloschen.

Oberhalb des Güglinger Ortsteils Eibensbach befindet sich die Burgruine Blankenhorn. Sie wurde um 1220 von den Herren von Neuffen erbaut und 1241 erstmals urkundlich erwähnt. Gut erhalten ist die achtzehn Meter hohe und drei Meter starke Schildmauer im Süden mit den für die Stauferzeit typischen Buckelquadern. Darunter eine Eskarpemauer (von frz. escarpe = Böschung, auch Innere Grabenfuttermauer genannt) zur Abstützung des Baugrunds und als zusätzliches Hindernis in inneren Burggraben. – Innerhalb der Burg lehnte sich ein viergeschossiger Palas an die Schildmauer an, von dem nur noch Reste erhalten sind.

Der Burgeingang befindet sich auf der Westseite. – Auf zahlreichen Quadern sind unterschiedliche Steinmetzzeichen aus der Bauzeit zu sehen. In das Zangenloch griff die Steinzange, mit der die Quader mit Hilfe eines Flaschenzuges hochgezogen wurden.

Seligenstädter Vertrag von 1188

Geplante Stauferstelen

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