SPEYER 2018

Im Dom zu Speyer sind drei Staufer bestattet: Kaiserin Beatrix, die zweite Ehefrau von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, sowie ihre als kleines Kind verstorbene Tochter Agnes und ihr Sohn König Philipp von Schwaben.

Einweihung der 36. Stauferstele am Samstag, 2. Juni 2018

Busreise zur Einweihung

Hintergrundinformationen zur Stauferstele

Insgesamt 69 Aufenthalte in Speyer, darunter zahlreiche Hoftage, sind für die staufischen Monarchen König Konrad II., Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Kaiser Heinrich VI., König Philipp von Schwaben, Kaiser Friedrich II., König Heinrich (VII.) und König Konrad nachweisbar.

Am Weihnachtshoftag 1146 in Speyer rief Bernhard von Clairvaux in einer Predigt zum 2. Kreuzzug auf. Daraufhin verpflichtete sich König Konrad III. gemeinsam mit seinem Neffen Friedrich, dem späteren Kaiser Friedrich I. Barbarossa, zur Kreuzzugsteilnahme.1

In der Kaisergruft des Doms zu Speyer ist die 1184 verstorbene zweite Ehefrau von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Beatrix von Burgund, mit ihrer kurz vor ihr verstorbenen Tochter Agnes bestattet. Diese im Kindesalter verstorbene Tochter war nach 1180 mit dem späteren König Emmerich von Ungarn verlobt worden.2 Emmerich heiratete später Konstanze von Aragon, die wiederum nach seinem Tod in zweiter Ehe den späteren Kaiser Friedrich II. heiratete.

Zweifellos war es der Wunsch von Barbarossa, im Speyerer Dom neben seiner Frau und bei seinen Vorfahren, den Salierkaisern, bestattet zu werden. Allerdings starb er 1190 auf dem Dritten Kreuzzug, wo seine sterblichen Überreste in Tarsus (Eingeweide) und Antakya (Bindegewebe) in der heutigen Türkei sowie in Sour (Knochen) im heutigen Libanon verschollen sind. Siehe auch: Staufergräber.

1193 fand in Speyer in der Karwoche ein Hoftag statt, auf dem es zur Gegenüberstellung von Kaiser Heinrich VI. und seinem Gefangenen Richard Löwenherz kam. Der König von England war auf seiner Rückreise vom Dritten Kreuzzug wider alles Recht von Herzog Leopold V. von Österreich gefangen genommen und dem Kaiser übergeben worden. Er wurde nach längerer Gefangenschaft auf Burg Trifels gegen eine horrende Lösegeldforderung freigelassen.

Konrad III. von Scharfenberg, Bischof von Speyer, wurde 1208 von König Philipp von Schwaben, einem Sohn von Barbarossa, zum Kanzler berufen. Er war neben dem Truchsess und dem Kämmerer im königlichen Gemach in Bamberg anwesend, als Otto VIII. von Wittelsbach im selben Jahr den König ermordete. Nach Philipps Tod verwaltete Konrad die Reichsinsignien und brachte sie zur Reichsburg Trifels.

Philipp von Schwaben wurde ursprünglich im Bamberger Dom bestattet. Sein Neffe, der spätere Kaiser Friedrich II., veranlasste die Umbettung von Bamberg in den Speyerer Dom und war Ende Dezember 1213 bei der Zeremonie anwesend.3

V.l.n.r.: Im Vordergrund das Doppelgrab von Barbarossas Ehefrau Beatrix und ihrer Tochter Agnes. Dahinter das Grab von Philipp von Schwaben, der nach seiner Ermordung im Jahr 1208 ursprünglich in Bamberg bestattet wurde, aber 1213 von seinem Neffen, dem späteren Kaiser Friedrich II., nach Speyer umgebettet wurde. – Philipp von Schwaben auf einem gotischen Steinrelief (um 1480) an der Südwand der Vorhalle der Krypta und als Statue von Anton Dominik von Fernkorn (1858) in der Vorhalle des neoromanischen Westbaus. – Im Jahr 1900 wurden die Gräber im Dom geöffnet. Das Grab von Philipp von Schwaben auf dem Bild rechts war das erste, auf das man bei den Grabungen stieß. 1903 wurde er in einem neuen Bleisarg in der kurz zuvor fertiggestellten neuen Kaisergruft unter dem östlichen Ende des Mittelschiffs wiederbestattet, ebenso wie seine Mutter Beatrix von Burgund und seine Schwester Agnes. Siehe auch: Staufergräber.

Im Jahr 1220 begleitete der bereits erwähnte Speyerer Bischof Konrad III den staufischen König Friedrich II. nach Rom zur Kaiserkrönung durch Papst Honorius III. In Italien lernte er auf dieser Reise die neuen Ordensgemeinschaften der Dominikaner und Franziskaner kennen. Hieraus resultierte einer der ersten Franziskanerkonvente in Deutschland, das Franziskanerkloster Speyer.

1.  RI IV,2,1 n. 19.
2.  Umfassend dokumentierter Artikel zu Agnes, einer weitgehend unbekannten Tochter von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, auf Wikipedia.
3.  MGH DD F II, Band 2, Nr. 213).

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