BARI 2009

Die Stauferstele im süditalienischen Bari steht in der Grünanlage der Giardini Isabella d'Aragona auf der Westseite des Castello Svevo.

Inschriften der 9. Stauferstele

Wappen von Bari

CIVITAS BARENSIS
URBS ULTIMA
BYZANTINORUM
IN ITALIA
1071 A NORMANNIS
EXPUGNATUR DUCE
ROBERTO GVISCARDO
OSSA SANCTI NICOLAI
DE MYRA
HUC TRANSLATA 1087
—————————————
ECCLESIA
SANCTI NICOLAI
DEDICA 1197
SUB FREDERICO II
IMPERATORE
FLORET CIVITAS
ATQUE PERFECTUM EST
CASTELLUM SVEVUM
———————————————————
PEREGRINUS KLAUS DEGERLOCHENSIS
LISA - MARKUS - THOMAS - VERENA
CUM AMICIS DEDERUNT
MARKUS WOLF FECIT



Wappen des Königreichs Jerusalem

CECIDIT QUIDEM
SOL MUNDI
QUI LUXERAT
IN GENTIBUS
CECIDIT
SOL IUSTITIAE
CECIDIT
AUCTOR PACIS
MANFREDUS REX SICILIE



Wappen des Herzogtums Schwaben

PRINCIPUM
MUNDI MAXIMUS
FRETHERICUS
STUPOR QUOQUE
MUNDI ET
IMMUTATOR
MIRABILIS
MATTEHAEUS PARISTENSIS



Wappen des Reichs

FRIDERICUS
DEI GRATIA
IMPERATOR
ROMANORUM
ET SEMPER
AUGUSTUS
REX IERUSALEM
ET SICILIE
DUX SVEVIE
—————————————
FILIUS UNICUS
IMPERATORIS
HENRICI VI
DE HOHENSTAUFEN
EX UXORE
CONSTANTIA
SICILIE REGINA
STIRPE NORMANNA
26-XII-1194
JESI
13-XII-1250
FIORENTINO

Hintergrundinformationen zur Stauferstele

Stauferstele in der Grünanlage der Giardini Isabella d'Aragona auf der Westseite des Castello Svevo, davor am Boden eine Gedenktafel. Foto: Bernd Krißler.

Auf der bronzenen Gedenktafel steht über und unter den Wappen von Bari und Stuttgart folgender Text auf italienisch und deutsch: Zur Ehre Friedrichs II. und als Audruck der europäischen Gemeinschaft wurde diese Stele errichtet von den Stauferfreunden Stuttgart. Eigenartigerweise wird weder auf der Stele, noch auf dieser Tafel das Einweihungsjahr 2009 genannt. Fotos: Bernd Krißler.

Im dritten Jahrhundert v. Chr. wurde Bari von griechischen Siedlern besiedelt, die die Stadt Barion nannten. Nach dem Römern, Germanen, Sarazenen und Byzantinern eroberten im Jahr 1071 die Normannen unter Robert Guiskard die Stadt. 1087 wurden die Gebeine des Heiligen Nikolaus von Myra nach Bari gebracht. 1131 ließ Normannenkönig Roger auf den Überresten einer byzantinischen Festung das Kastell erbauen.

Auf die Normannen folgten durch die Heirat von Heinrich VI., einem Sohn von Friedrich I. Barbarossa, mit Konstanze von Sizilien ab 1194 die Staufer. Unter dessen Sohn Friedrich II. erlebte Bari im 13. Jahrhundert eine Blütezeit.

Unter dem Stauferkaiser Friedrich II. wurde das Kastell ab 1233 erweitert. Aufbauend auf dem normannischen Grundriss wurden unter anderem zwei polygone Türme und äußere Wehranlagen ergänzt. Typisch für die Stauferzeit sind die reich geschmückten Säulen und Torbögen, für die muslimische Steinmetze angeworben wurden. Eindeutig der staufischen Epoche zuzuordnen sind das Portal an der Westseite mit seinem reich skulptierten Spitzbogen, die dahinter liegende Vorhalle und die Hoflaube mit prächtigen Säulenkapitellen. Ebenso im Nordflügel eine sich zum Innenhof mit vier Spitzbogenarkaden öffnende Halle sowie die Einwölbung der Säle im Obergeschoss.

Das heutige Kastell wird außen durch schiffbugartige Bastionen und innen durch die Renaissancefassaden der vier Hofseiten geprägt, die aus dem 16. Jahrhundert stammen. Bei den Italienern heißen die Staufer Svevi (dt.: Schwaben). Daher wird das Kastell heute Castello Svevo di Bari (dt.: Schwaben-Schloss von Bari) genannt.

Das ursprünglich normannische Castello Svevo di Bari wurde unter dem Stauferkaiser Friedrich II. erheblich ausgebaut. Foto: burgenwelt.de

Erläuterung der Inschriften

Bari. Der lateinische Text heißt auf Deutsch: Stadt Bari (wörtlich: der Barenser), älteste Stadt der Byzantiner in Italien, wird 1071 von den Normannen erobert durch Herzog Robert Guiskard. Die Gebeine des Hl. Nikolaus von Myra werden 1087 hierher umgebettet. – Die Kirche des Hl. Nikolaus wird 1197 geweiht. Unter dem Kaiser Friedrich II. hat die die Stadt eine Blütezeit (wörtlich: blüht die Stadt) und wird die Schwabenburg fertiggestellt. – Pilger Klaus aus Degerloch, Lisa, Markus, Thomas, Verena und Freunde stifteten, Markus Wolf machte (die Stauferstele).

Eigenartigerweise fehlt auf dieser Stele die sonst immer übliche Jahresangabe, die hier MARKUS WOLF FECIT MMIX lauten müsste. Ebenso fehlt bei dieser Stele jeder Hinweis auf die anderen acht zu diesem Zeitpunkt bereits aufgestellten Stauferstelen, wie es von der dritten Stauferstele in Haguenau bis einschließlich der 12. Stauferstele in Rothenburg üblich war. Auch auf der Gedenktafel am Boden vor der Stele ist keine Jahreszahl angegeben.

Jerusalemkreuz. Der lateinische Text heißt auf Deutsch: Es sank die Sonne der Welt, die in den Völkern leuchtete. Es sank die Sonne der Gerechtigkeit. Es sank der Urheber des Friedens. Manfred König von Sizilien. Dies ist die Klage von Manfred, einem Sohn Friedrichs II., der beim Tod seines Vaters dabei war. Sie ist in seinem Brief an seinen Halbbruder König Konrad IV. überliefert. Manfred stammte aus der Ehe von Friedrich II. mit Bianca Lancia. Er war damals Fürst von Tarent und wurde später als Nachfolger seines Vaters König von Sizilien.

Stauferlöwen. Der lateinische Text heißt auf Deutsch: Friedrich, der größte unter den Fürsten der Erde und das Staunen der Welt und ihr wunderbarer Wandler. Er stammt von Matthaeus Parisiensis (dt.: Matthäus von Paris; * um 1200 in England; † 1259 in St. Albans). Er war Geschichtsschreiber im Benediktinerkloster St. Albans in der Nähe von London und gilt als einer der bedeutendsten Chronisten, Historiographen und Kartenzeichner des 13. Jahrhunderts in England. In seinem Hauptwerk, der siebenbändigen Chronica Maiora berichtet er im Band 5 über den Tod von Friedrich II.:

Obiit autem circa eadem tempora principum mundi maximus Frethericus, stupor quoque mundi et immutator mirabilis, absolutus a sententia qua innodabatur, assumpto, ut dicitur, habitu Cisterciensium, et mirifice compunctus et humiliatus. Obiit autem die sanctae Luciae, ut non videretur ea die terraemotus sine significatione et inaniter evenisse.

Demnach starb Friedrich II. am Tag der Hl. Lucia, also am 13. Dezember, gekleidet in der Tracht der Zisterzienser. Friedrich II. wurde in der Kathedrale Maria Santissima Assunta (dt.: heiligste in den Himmel aufgenommene Maria) in Palermo bestattet, wo sein Porphyrsarkophag noch heute zu besichtigen ist.

Reichsadler. Der lateinische Text heißt auf Deutsch: Friedrich von Gottes Gnaden Kaiser der Römer und immer erhaben, König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben. – Einziger Sohn von Kaiser Heinrich VI. von Hohenstaufen von der Ehefrau Constantia, Königin von Sizilien aus dem Geschlecht der Normannen, * 26.12.1194 in Jesi † 13.12.1250 in Fiorentino.

Friedrich II., den die Italiener Federico di Svevia (dt.: Friedrich von Schwaben) nennen, wird im südlichen Italien noch heute verehrt. Fast immer liegen Blumen an seinem Porphyrsarkophag in der Kathedrale von Palermo.

Stifter der Stauferstele

Peregrinus Klaus Degerlochensis (Dr. Klaus Käppler)
et Lisa, Markus, Thomas, Verena cum amicis

Einweihung: 7. Mai 2009


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