Reutlinger Markt- und Stadtrecht

Halten die offiziellen Angaben der Stadt Reutlingen einem Faktencheck stand?

Die Stadt Reutlingen stellt folgende zwei historische Ereignisse als feststehende Tatsachen dar:1

  • Reutlingen bekam von Kaiser Friedrich I. Barbarossa wohl um 1180 das Marktrecht.
  • Reutlingen wurde von Kaiser Friedrich II. zwischen 1220 und 1240 zur Stadt erhoben.

Diesen Behauptungen wird im Folgenden nachgegangen.


VON PETER KOBLANK (2018)

Achthundert Jahre nach der behaupteten Marktrechtsverleihung wurde am Reutlinger Marktplatz eine quadratische Säule errichtet, auf der die Marktrechtsverleihung auf 1182 und die Erhebung zur Reichsstadt auf 1235 datiert werden.

Im Jahre 1982 auf dem Reutlinger Marktplatz errichtete Gedenksäule, rechts davon ein Eiscafé.

Zum Markt- und Stadtrecht Reutlingens existieren aber weder Verleihungsurkunden, noch sonstige zeitgenössischen Quellen, von denen sich diese Datumsangaben ableiten ließen. Es gibt lediglich spätere Berichte, die zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert angefertigt wurden:

Flores temporum (um 1292)

Die zeitlich am wenigsten von den Ereignissen entfernte Information stammt von einem Mönch aus dem Orden der Franziskaner-Minoriten, der eine Chronik mit dem Titel Flores temporum (dt.: Blumen der Zeiten) von der Erschaffung der Welt bis zum Jahr 1290 geschrieben hat. Er wird in den verschiedenen überlieferten Handschriften Hermannus Minorita, Hermannus Gygas oder Martinus Minorita genannt. In einer Fassung, in der er Hermannus Gygas genannt wird, berichtet er zum Jahr 1209, dass Reutlingen von Kaiser Otto IV. civiles libertates (dt.: bürgerliche/städtische Freiheiten), also irgendwie geartete Rechte einer civitas (dt.: Stadt) empfangen habe. Später habe Kaiser Friedrich II. die Stadt mit Mauer und Graben befestigt:2

Dieser Otto gab den Dörfern Esslingen und Reutlingen städtische Freiheiten, die später Friedrich mit Mauern und Gräben befestigte.

Als Kaiser Otto IV. im Jahre 1218 starb, war er von Friedrich II., der 1215 in Aachen zum König gekrönt worden war, längst entmachtet. Nach der Stadterhebung unter Otto IV. könnte Reutlingen daher noch vor Friedrichs Rückkehr nach Italien im Jahre 1220 mit einer Mauer befestigt worden sein.

Von dem ebenfalls genannten Esslingen weiß man, dass die Stadtgründung spätestens 1229 erfolgte, was in keinem Widerspruch zu den Flores temporum steht.3

Chronik von Hugo Spechtshart (um 1350)

Hugo Spechtshart von Reutlingen, der Kaplan an der Reutlinger Marienkirche war, schreibt in seiner um 1350 in Hexametern verfassten Chronik, dass Kaiser Friedrich II. Reutlingen mit einer Mauer umgab und dem Reich eingliederte:4

Er umgab Esslingen, Heilbronn und Reutlingen mit starken Mauern und gliederte sie dem Kaiserreich ein, die ursprünglich Dörfer bescheidenen Ausmaßes waren. Die Bürger der genannten Orte unterstellte Friedrich seinen als Könige regierenden Söhnen, die sich durch ihr Wirken als gnädige Herren erwiesen.

Demzufolge hat Friedrich II. Reutlingen zur Reichsstadt gemacht, was wohl nach dessen Krönung in Aachen (1215) und deutlich vor der erfolgreich überstandenen Belagerung Reutlingens durch Anhänger von Heinrich Raspe (1247), bei der die Stadt bereits über eine wirkungsvolle Stadtbefestigung verfügte, geschehen sein muss.

Dieser Quelle folgt der im 16. Jahrhundert errichtete Kirchbrunnen bei der Marienkirche, auf dem die 1903 erneuerte Statue von Kaiser Friedrich II. mit einer in Wirklichkeit nicht existierenden Stadtrechtsurkunde in seiner linken Hand steht.

Das von Hugo Spechtshart ebenfalls erwähnte Esslingen wurde wie gesagt spätestens 1229 zur Stadt erhoben, während Heilbronn erst in nachstaufischer Zeit im Jahre 1281 das Stadtrecht erhielt.5

Chronik von Felix Fabri (vor 1495)

In einer zwischen 1488/89 und 1495 vollendeten Ulmer Chronik beschreibt Felix Fabri die Stadterhebung durch Friedrich I. Barbarossa im Jahre 1155:6

Zur Zeit Friedrichs I. waren sowohl Reutlingen als Esslingen noch Bauerndörfer, genannter Kaiser aber umgab diese beiden Dörfer mit Mauern und bestimmte im Jahr des Herrn 1155, dass sie Reichsstädte seien. Über seine Hofbeamten aber setzte er in Reutlingen einen Statthalter, der die dem Kaiser schuldigen Abgaben sammelte und in seine Staatskasse schickte.

Das hier neben Reutlingen genannte Esslingen war, wie oben erwähnt, spätestens 1129 eine civitas; die Stadterhebung Esslingens könnte also auch schon in die Regierungszeit von Barbarossa fallen. Allerdings reklamiert Schwäbisch Gmünd mit einer Erwähnung zum Jahre 1162 bisher unbestritten das Attribut "Älteste Stauferstadt" für sich.7

Cosmographia von Sebastian Münster (1544)

Sebastian Münster schreibt in seiner 1544 erschienenen Cosmographia, dass Reutlingen 1282 oder 1240 zu einer Stadt mit Stadtrechten und Privilegien gemacht worden sei:8

Reütlingen/Eßlingen/Heltprunn

Reütlingen ist anno Christi 1282 oder wie die andern glaublicher sagen / anno 1240 auß eine dorff ein statt worden under keyser Friderichen dem anderen / gleich wie auch Eßlingen anno Christi 1285 zu einer statt gemacht worden / und begabet mit stattrechten unnd privilegien. Ettliche zelen auch darzu die statt Heilbrunn / aber die andern sprechen das sie anno 1085 soll mit ein mauer gefasst sein. Seind all drey reichstett / ligen auch all drey am Neccar / und haben ein fruchtbare grund / besonder Heitprun / das auch seiner fruchtbarkeit halb / eigentlich heissen solt Heilßprunn.

Sebastian Münster bezeichnet Kaiser Friedrich II. durchgehend als Fridericus der ander9 oder wie hier Friederich der andere. Abgesehen davon, dass Reutlingen nicht am Neckar liegt, sind seine Jahresangaben für Esslingen und Heilbronn allesamt falsch, da wie bereits dargestellt Esslingen spätestens 1229 und Heilbronn im Jahre 1281 Reichsstadt wurde.

Annales Suevici von Martin Crusius (1596)

Die "glaublichere" Datierung aus Münsters Kosmographie hat auch der Historiker Martin Crusius im 1596 erschienenen dritten Band seiner Schwäbischen Annalen übernommen und schreibt dort im Kontext des Jahres 1240:10

Wiederum fand ich anderswo: zu jener Zeit wurden Reutlingen, Colmar, Kaisersberg, Neuenburg aus Dörfern zu Reichsstädten gemacht.

Allerdings relativiert Crusius diese Datierung ein paar Seiten weiter bei der Schilderung der Belagerung Reutlingens im Jahre 1247. Dort übernimmt er die Darstellung, die wir aus den Flores temporum kennen:11

Kaiser Otto IV. machte aus den Dörfern Esslingen und Reutlingen Städte. Friedrich II. umgab Reutlingen mit einer Mauer.

Laut Crusius war es also entweder Kaiser Otto IV., der aus dem dem Dorf (pagus) Reutlingen eine Stadt (oppidum) gemacht hat, was nach Ottos Kaiserkrönung im Jahre 1109 und wohl vor der Krönung Friedrichs II. im Jahre 1215 in Aachen geschehen sein muss. Oder es war Kaiser Friedrich II., der um 1240 das Dorf (pagus) Reutlingen zur Reichsstadt (civitas Imperialis) gemacht hat.

Chronik von Jakob Frischlin (1602)

Auch Jakob Frischlin, der eine Zeitlang Rektor der Lateinschule in Reutlingen war, bezeichnet in seinem 1602 erschienenen Encomion heroicum Latinum Reutlingae (dt.: Lateinisches Heldenloblied Reutlingens) Kaiser Friedrich II. mit Datierung auf 1240 als den Stadtgründer:12
Von hier bezog Reutlingen seinen Namen,
dem der göttliche Kaiser Friedrich, auf der Welt der zweite,
Herzog der Schwaben, sich mit einer Mauer zu umgeben befahl.
Er gab der dem Reich unterstellten Stadt Ringmauern.
und räumte ihm viele Rechte und Privilegien ein.

Angesichts seiner Randnote zu Reutlingen und Esslingen und der sehr ähnlichen Formulierung (dort: stattrechten unnd privilegien, hier: leges & privilegia multa) wird ihm die Münstersche Kosmologie ebenso als Vorlage gedient haben, wie es auch im folgenden Fall geschehen ist.

Chronik von Lorentius Hoffstetter (vor 1691)

Lorentius Hoffstetter übernahm den Text von Münsters Kosmologie in seine Reuttlinger Chronic von Ursprung der Stadt und was sich Merkwürdiges zugetragen bis 1691. Allerdings las er die 1282 fälschlich als 1182:13

Münsterus Cosmographia lib 3. cap 315.

Es ist Reuttlingen im Jahr 1182, oder wie andere glaublicher sagen, im Jahr 1240 aus einem Dorf ein Statt worden unter Kayser Fridrich dem Andern (gleichwie auch Eßlingen, im Jahr 1285 zu einer Statt gemacht worden ist) und begabt mit Stattrechten und Privilegien.

In dem Original von Münsters Kosmographie sieht man, dass die Jahresangabe in der ersten Zeile keine 1182 ist, weil die zweite Ziffer eine 2 ist, wie sie darunter auch in den Jahren 1240 und 1285 vorkommt.

Zusammenfassung

Die Chroniken sind widersprüchlich:

  • Die älteste nennt Otto IV. als Stadtgründer, wobei die Stadtbefestigung seinem Nachfolger Friedrich II. zugerechnet wird.
  • Friedrich I. Barbarossa kommt erst Ende des 15. Jahrhunderts ins Spiel und basiert bei Hoffstetter, der damit als ernstzunehmende Quelle für Barbarossa ausscheidet, auf einem Übertragungsfehler.
  • Ab dem 16. Jahrhundert verfestigt sich die Überlieferung auf das Jahr 1240.
  • Von einer Marktrechtsverleihung ist nirgends die Rede.

ÜberlieferungFriedrich I.Otto IV.Friedrich II.
Flores temporum (um 1292)1209
Hugo Spechtshart (um 1350)ohne Jahr
Felix Fabri (vor 1495)1155
Sebastian Münster (1544)1282
1240
Martin Crusius (1596)ohne Jahr1240
Jakob Frischlin (1602)1240
Lorentius Hoffstetter (vor 1691)11821240

Stadtrechtsverleihung spätestens 1240

Auf Grund dieser Quellenlage kann man höchstens einen Terminus ante quem für die Stadterhebung annehmen, der das in die Regierungszeit von Kaiser Friedrich II. fallende Jahr 1240 sein dürfte.14

Für diese Annahme, dass Reutlingen spätestens 1240 Stadt war, sprechen neben der häufigen Nennung in den Chroniken folgende Ereignisse:

  • 1241 trat ein Arnoldus scultetus de Rutilingen (dt.: Schultheiß von Reutlingen) als Zeuge in einer auf der Achalm ausgefertigten Urkunde auf.15
  • Für 1243 ist das erste Siegel dieses Reutlinger Schultheißens mit einem Reichsadler auf dreieckigem Schild belegt, in dessen Umschrift er sich nach italienischem Vorbild als potestas (dt.: Amtsgewalt) bezeichnet.16 Daraus entstand das bis heute verwendete Stadtwappen Reutlingens.17
  • Angesichts der im Jahre 1247 heil überstandenen Belagerung durch antistaufische Anhänger von Heinrich Raspe verfügte Reutlingen zu diesem Zeitpunkt offensichtlich über eine vollendete und wirkungsvolle Stadtbefestigung.

Das in der Cosmographia von Sebastian Münster genannte Jahr 1282, vielleicht angelehnt an die tatsächlich im Jahr 1281 stattgefundene Stadterhebung von Heilbronn, aber von Münster selbst gleichzeitig zu Recht in Frage gestellt, liegt zu spät und kommt für Reutlingen nicht in Frage.

Dass Reutlingen im Reichssteuerverzeichnis von 1241 nicht erwähnt wird,18 bedeutet nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine Reichsstadt war. Denn es war durchaus üblich, neuen Städten die Steuern vorerst komplett zu erlassen, damit die Bürger die kostspielige Stadtbefestigung finanzieren konnten.19

Dass die Stadterhebung, wie von der Stadt Reutlingen behauptet, zwischen 1220 und 1240 lag, ist ein reines Phantasieprodukt. Dies gilt auch für die Gedenksäule am Marktplatz, laut der Reutlingen seit 1235 Reichsstadt sein soll.

Denn "spätestens 1240" schließt nicht aus, dass bereits Kaiser Otto IV. im Jahre 1209 die Stadt gegründet hat, wie es in der ältesten der oben dargestellten Überlieferungen heißt.

Der von Felix Fabri benannte Kaiser Friedrich I. Barbarossa könnte sogar bereits im 12. Jahrhundert der Stadtgründer gewesen sein. So vertritt Kurt Albrecht die Auffassung, dass Reutlingen unter Friedrich I. eine erste Stadtmauer bekam. Im 13. Jahrhundert sei die Stadt dann unter Friedrich II. nach Südosten erweitert worden, wie auf seinem Stadtplan von 1820 dargestellt ist.20

Ein gewichtiges Argument gegen diese Hypothese einer älteren und einer jüngeren Stadtmauer besteht allerdings darin, dass sich trotz zahlreicher Aufschlüsse in den letzten Jahren bisher kein archäologischer Beleg für eine ältere Mauer ergab.21

Angebliche Marktrechtsverleihung 1182 ist zweifacher Unsinn

Der Übertragungsfehler von Hoffstetter (1182 statt 1282) verleitete anscheinend die Verantwortlichen in Reutlingen Anfang der 1980er Jahre dazu, das Phantasieprodukt einer Marktrechtsverleihung im Jahre 1182 durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa in die Welt zu setzen.

Auf Anfrage, wie man in Reutlingen auf die Marktrechtsdatierung im Jahre 1182 gekommen sei, teilte das Stadtarchiv Reutlingen mit:22

Ein eher vager Vermerk in der bis 1691 abgefassten Chronik des Lorentius Hoffstetter war wohl die Grundlage 1982 (Aufstellung einer entsprechenden Gedenksäule auf dem Marktplatz), die Marktrechtsverleihung auf 1182 zu datieren.

Diese angebliche Marktrechtsverleihung durch Barbarossa anno 1182 ist ein zweifacher Unsinn. Sie basiert auf einem Dokument, in dem

  • von einer Marktrechtsverleihung überhaupt nichts steht
  • und die Jahresangabe 1182 zudem, wie oben nachgewiesen, auf einem Fehler beruht.

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Ergebnis des Faktenchecks

Bernd Breyvogel, Stadtarchivar und Museumsleiter in Weinstadt, setzt in dem 2013 erschienenen Buch zur Reutlinger Stadtgeschichte die Stadtgründung spätestens um 1240 an und legt sich auf keinen frühesten Zeitpunkt fest.23

Auch die Fiktion einer Marktrechtsverleihung durch Barbarossa wird von ihm nicht vertreten.24

In der Zeittafel im Anhang wird lediglich festgestellt, dass Reutlingen 1241 Stadt war.25

Dieses jüngste Buch zur Reutlinger Stadtgeschichte ist somit konform mit den hier wesentlich ausführlicher dargestellten Fakten.

Zu einer Marktrechtsverleihung durch Friedrich I. Barbarossa oder wen auch immer gibt es keine einzige Quelle. Dass sie auf "um 1180" (Website des Reutlinger Stadtarchivs) bzw. auf 1182 (Gedenksäule) zu datieren sei, ist ein reines Phantasieprodukt von Anfang der 1980er Jahre, das mit einer Chronik begründet wird, in der überhaupt nichts von einem Marktrecht steht und in der das Jahr 1182 obendrein auf einem Übertragungsfehler der Zahl 1282 beruht.

Für die Behauptung einer Stadtrechtsverleihung zwischen 1220 und 1240 (Website des Reutlinger Stadtarchivs) bzw. 1235 (Gedenksäule) durch Kaiser Friedrich II. existieren keine hinreichenden Beweise. Die Stadtgründung könnte auf Grund der Quellen genauso gut vor 1220 durch Friedrich II., seinen Vorgänger Otto IV. oder seinen Großvater Friedrich I. Barbarossa vollzogen worden sein. Ziemlich sicher ist nur das Jahr 1240 als Terminus ante quem.

1.  So auch auf der städtischen Website unter reutlingen.de. – Screenshot vom 17. August 2018.
2.  Johann Gerhard Meuschen: Hermanni Gygantis Ordinis Fratrum Minorum Flores temporum, Leiden (Lugdunum Batavorum) 1743, S. 123. – Alternative Edition. – Mehr zu den Flores temporum:

Klaus Graf: Die "Flores temporum" und Balingen. In: Klaus Graf: Hie Welf - hie Waibling auf archivalia.hypotheses.org.

3.  Stauferstele Esslingen.
4.  Hugo Spechtshart von Reutlingen: Chronicon, Zeilen 549-554. Reutlinger Geschichtsblätter 1985 (Neue Folge Nr. 24). – Auf diese Chronik hat uns das Stadtarchiv Reutlingen freundlicherweise hingewiesen.
5.  Stauferstele Heilbronn.
6.  Felix Fabri: Tractatus de civitate Ulmensi. Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart, Tübingen 1889, S. 92.
7.  Stauferstele Schwäbisch Gmünd.
8.  Sebastian Münster: Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation. Basel, 1544, Buch 3, S. 315.

Diese Quelle befindet sich auch im Archivum Arcanorum Politicorum Reipublicae Reutlingensis des 1661 verstorbenen Reutlinger Bürgermeisters Matthäus Beger, siehe:
Kurt Albrecht: Reutlingen. Beispiel der Entwicklung einer staufischen Reichsstadt. Ludwigsburg 1969, S. 20.

Bernd Breyvogel nimmt auf Matthäus Breger Bezug, aber ohne zu erkennen, dass die eigentliche Quelle die Kosmographie Münsters ist, in der nicht 1182, sondern 1282 steht. Siehe:
Bernd Breyvogel: Von den dörflichen Anfängen zur stolzen Reichsstadt. Reutlingen im Mittelalter. In: Wilhelm Borth, Bernd Breyvogel, Wolfgang Jung (Hrsg.): Reutlingen. Vergangenheit trifft Zukunft. Von der Reichsstadtherrlichkeit zur selbstbewussten Großstadt. Reutlingen 2013, S. 17–51, hier: S. 22.

9.  Sebastian Münster, S. 220. – Kaiser Friedrich I. heißt bei ihm Fridericus Barbarossa.
10.  Martin Crusius, Annales Suevici, Band 3, Frankfurt 1596, S. 49.
11.  Martin Crusius, S. 64.
12.  Jakob Frischlin: Encomion heroicum Latinum Reutlingae, Sacr. Roman. Imperij Civitatis Liberae, Tübungen 1602, S. 5 (rechts).
13.  Lorentius Hoffstetter: Reuttlinger Chronic von Ursprung der Stadt und was sich Merkwürdiges zugetragen bis 1691. Bearbeitet von Paul Schwarz. Reutlinger Geschichtsblätter 1981/82 (Neue Folge Nr. 20/21), S. 33. – Auf diese Chronik hat uns das Stadtarchiv Reutlingen freundlicherweise hingewiesen.
14.  Nur in seltenen Fällen, wie beispielsweise von Pfullendorf (1220) oder Heilbronn (1281), kennen wir das genaue Jahr der Stadterhebung. So haben wir beispielsweise von Schwäbisch Gmünd (1162), Ettlingen (1220) und Esslingen (1229) ebenfalls nur einen Terminus ante quem, an dem der Ort spätestens zur Stadt erhoben worden sein muss.
15.  WUB, Band IV., Nr. 963.
16.  WUB, Band IV., Nr. 994. – Abbildung: Landesarchiv Baden-Württemberg A 474 U 782. Das rechte Siegel mit einem Reichsadler auf dreieckigem Schild führt die Umschrift: POTESSTATIS RUTULIGO (dt.: [Siegel der] Amtsgewalt Reutlingen).

Als Podestà wurden damals in den italienischen Städten die Personen genannt, die im Auftrag der Stadtherren die Stadt leiteten. Podestà steht im heutigen Italienisch für Bürgermeister.

17.  Roland Deigendesch: Adler oder Hirschhorn. Zur Geschichte des Wappens der Reichsstadt Reutlingen. In: Reutlinger Geschichtsblätter 2014 (Neue Folge Nr. 53), S. 43–64, hier: S. 45 f.
18.  Notitia de precariis civitatum et villarum (1241), MGH Const, Band 3, S. 1-6.
19.  Wie am Beispiel Pfullendorf zu sehen, das nach seiner Stadterhebung zu diesem Zweck für sechs Jahre von jeder Steuer völlig befreit wurde.
20.  Kurt Albrecht: Reutlingen. Beispiel der Entwicklung einer staufischen Reichsstadt. Ludwigsburg 1969, S. 10 ff.
21.  Bernd Breyvogel: Von den dörflichen Anfängen zur stolzen Reichsstadt. Reutlingen im Mittelalter. In: Wilhelm Borth, Bernd Breyvogel, Wolfgang Jung (Hrsg.): Reutlingen. Vergangenheit trifft Zukunft. Von der Reichsstadtherrlichkeit zur selbstbewussten Großstadt. Reutlingen 2013, S. 17–51, hier: S. 28.
22.  E-Mail des Stadtarchivs Reutlingen vom 16. August 2018 an den Autor.
23.  Bernd Breyvogel, S. 22.
24.  Bernd Breyvogel, S. 22 ff. Auf S. 24 ist von "angeblichen" mit einem Marktrecht identifizierten Privilegien Barbarossas die Rede.
25.  Wilhelm Borth, Bernd Breyvogel, Wolfgang Jung (Hrsg.): Reutlingen. Vergangenheit trifft Zukunft. Von der Reichsstadtherrlichkeit zur selbstbewussten Großstadt. Reutlingen 2013, S. 244.

Ettlinger Markt- und Stadtrecht:
Halten die offiziellen Angaben der Stadt Ettlingen einem Faktencheck stand?

Stauferstele Reutlingen