INCONTRI - la Sicilia e l'altrove. Catania, Sonderheft Juli 2018

Il SECOLO DI FEDERICO II

Ascesa e declino di una dinastia europea

Europa ist immer ein gewichtiger Ort der Begegnung, das hat der Verfasser über Jahrzehnte im musealen Bereich dankbar erleben dürfen. Die Entdeckungen eines gemeinsamen Kulturerbes über alle nationalstaatlichen Grenzen hinweg beleben die Erkenntnisse des Neuen, geben aber auch immer wieder Kunde von dem, was mit der eigenen Kultur und Geschichte verbindet. Dazu benötigt es immer wieder Initiative, Kenntnisse und Engagement - auch über Sprachgrenzen hinweg.


VON KONRAD VANJA (2018)

Davon soll hier berichtet werden: Die Zeitschrift INCONTRI - la Sicilia e l'altrove gehört zu den Initiativen, die seit Jahren die Verbindungen Siziliens zum Kontinent befördern und in uneigennütziger steter Suche, die historischen und gegenwärtigen Gemeinsamkeiten aufspüren und in gediegenen Beiträgen vierteljährlich präsentieren. Themenhefte kennzeichnen Schwerpunkte der Forschung wie der Mitteilungen über Aktuelles.

So ist das neue Sonderheft von Il SECOLO DI FEDERICO II. Ascesa e declino di una dinastia europea der Aufstellung einer Stauferstele geschuldet, die die Verbindung des Stauferkaisers zu seiner Ursprungsregion deutlich macht.

Die aufwendige Restaurierung des Stauferkastells Maniace bei Syracus bot hierzu den Anlass und hat die Gemeinsamkeit zwischen dem Comitato tedesco degli amici Staufen, also dem Komitee der Stauferfreunde in Stuttgart und ihrer Initiative der Stauferstelen hervorgehoben und verbindet damit zugleich 37 Stauferorte im Euromediterranen Bereich.

Zehn Autoren umschreiben in ihren Beiträgen die Zeit und das Wirken des großen Staufers insbesondere in Sizilien wie in Süd- und Mittelitalien und beleuchten die Kultur- und Kirchengeschichte seiner Zeit, das Münzwesen wie die Architektur.

Ferdinando Maurici gibt einen Überblick über die Zeit der Staufer in Sizilien, Kristjan Toomaspoeg erläutert die Stellung des Staufers zur Kirche Mittelitaliens, spannend und reich illustriert zeichnet Marcello Pacifico den Kreuzzug Friedrichs ins Heilige Land 1228-1229 nach, der zugleich die reichen Beziehungen zum Osmanischen Reich dokumentiert.

Henri Bresc von der Universität Paris X, Nanterre hat sich eines Briefregisters aus der Zeit von 1239-40 angenommen, das den Versuch des Kaisers zur Regelung der ökonomischen Verhältnisse seines Landes berichtet.

Regieren per Briefanweisung? Den drei Königinnen gleichen Namens im Umfeld von Friedrich: Konstanze von Altavilla, Konstanze von Aragon und Konstanze von Staufen geht der Beitrag von Laura Sciascia nach und der von ihnen verkörperten Lebens- und Herrschaftskultur.

Ein bislang nichtediertes Schriftstück aus der Zeit Friedrichs stellt Nicolò Mirabella vor, aus der Münzgeschichte eines Denarenschatzes aus dem Ende des 12. Jahrhunderts berichtet Giuseppe Guzzetta, ausführlich wird von Fulvia Greco und Aldo Spataro in zwei Beiträgen die Restaurierung von Castello Maniace und die Qualität seiner Architektur vorgestellt.

Der Kultur der Falknerei Friedrichs gilt ein abschließender Beitrag von Filippo Sciara und zeigt die Vielfalt seiner speziellen Jagdreviere und die Architektur seiner eigenen Vogeltürme.

Reich bebildert mit erlesenen Dokumenten, Kartenwerken und Objekten bedeutender Sammlungen lassen sich die Beiträge dieses Heftes mit Vergnügen lesen oder auch nur durchblättern. Kluge, kurze Zusammenfassungen der Artikel - jeweils auch auf Deutsch - sowie die dem Italienisch-Kundigen gut lesbar geschriebenen und vielfach farbig illustrierten Beiträgen machen das Heft zu einem Vergnügen.

Zugleich lädt es ein, die Insel mit ihren vielen Kostbarkeiten zu besuchen; vielleicht lädt es auch dazu ein, diese vielfältige, bunte wie aufschlussreiche Zeitschrift auch zu abonnieren, wie das der Berichterstatter seit längerem auch mit Vergnügen getan hat.

Dr. Konrad Vanja
Museumsdirektor und Professor a. D.
91522 Ansbach

Die Druckkosten für dieses INCONTRI-Sonderheft in Höhe von fünftausend Euro wurden auf Grund eines Spendenaufrufs von Elio Miccichè weitgehend mit Spenden finanziert, die allesamt aus Deutschland kamen.

Spendenaufruf von Elio Miccichè
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Stauferstele Siracusa