Briefmarken

Die nachträgliche, im Jahr 1966 vollendete Aufstockung des Hauptturms der Burg Trifels kann man an zwei Versionen einer 40-Pfennig-Briefmarke der Deutschen Bundespost mit Erstausgabedatum am 12. März 1965 und am 4. August 1967 nachvollziehen.

Diese beiden Briefmarken stammen aus der Serie I (1964-1965) und der Serie II (1966-1969) der Dauermarkenserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten.

Die erste Serie bestand aus acht grob gezeichneten einfarbigen Werten auf weißem Hintergrund. Die zweite Serie bestand aus 15 (Berlin: 16) feiner ausgeführten, ebenfalls einfarbigen, etwas größeren Marken. Gleiche Werte der beiden Serien hatten wie auch im Falle des Trifels das gleiche Motiv, aber nicht immer dieselbe Farbe. Beide Serien wurden von Otto Rohse entworfen.

  Zschockesches Stift in Königsberg

Diese Briefmarkenserie zeigt die damalige offizielle politische Sicht der Bundesrepublik Deutschland. In Atlanten, Schulbüchern und auch auf diesen Briefmarken verstand man Deutschland noch in den Grenzen von 1937. Dementsprechend waren in dieser Serie auch Bauwerke außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik in Dresden, Neubrandenburg, Wittenberg, Stettin, Löwenberg und Königsberg (Bild rechts, das dort abgebildete Zschockesche Stift in Königsberg wurde im Zweiten Weltkrieg für immer zerstört) dargestellt. Mit solchen Marken frankierte Sendungen in die DDR, Polen oder die Sowjetunion wurden häufig unter der Begründung, sie würden gegen das Propaganda-Verbot für Briefmarken des Weltpostvereins verstoßen, beanstandet und in die Bundesrepublik zurückgeschickt.

Die 1964 erschienene Serie I war über 37 Jahre lang gültig und gehört damit zu den am längsten frankaturgültigen Marken der deutschen Postgeschichte, übertroffen nur durch einige württembergische Dienst- und Staatsmarken und durch die bayerische Markausgabe von 1874.


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