Stauferstele Meersburg

Stele soll auf dem Dr.-Moll-Platz stehen / Denkmalamt gegen Aufstellung vor der Burg

Der Ausschuss für Tourismus und Kultur der Stadt Meersburg hat im Dezember 2011 der Aufstellung einer Stauferstele auf dem Dr.-Moll-Platz zugestimmt. Diese Grünfläche zwischen der Bundesstraße 33 und der Steigstraße ist ein Aussichtspunkt auf Burg, Bodensee und Alpen. Sie erinnert an Karl Moll, der von 1919 bis 1936 Bürgermeister von Meersburg war.


VON PETER KOBLANK (2016)

Der Blick vom Dr.-Moll-Platz auf die Burg Meersburg und den Bodensee war auch Motiv der Sonderbriefmarke "1000 Jahre Meersburg" der Deutschen Bundespost von 1988.

Ausschnitt aus der Broschüre des Komitees der Stauferfreunde Stauferfreunde stiften Stauferstelen (2014), S. 69. – Joseph von Laßberg (1770-1855) kaufte 1838 die Burg Meersburg, zog dort ein und rettete sie vor dem Verfall. Er war Schwager von Annette von Droste-Hülshoff, die von 1841 bis 1848 ebenfalls in der Burg wohnte.

In die Stauferzeit fiel um 1210 der Kauf der Burg durch das Bistum Konstanz und die Verleihung des Marktrechts in Jahre 1233. Der Konstanzer Bischof Eberhard II. war ab 1262, als der minderjährige Staufer Konradin das Herzogtum Schwaben formell in Besitz nahm, dessen Vormund. Konradin war der letzte Staufer in männlicher Linie und wurde 1268 in Neapel hingerichtet. In der Burg Meersburg erinnert eine Gedenktafel an Konradin, der sich öfters am Bodensee, insbesondere in Konstanz und Arbon und vielleicht auch in Meersburg, aufhielt.

Wie der Südkurier am 21. Dezember 2011 berichtete, hatten Vertreter des Komitees der Stauferfreunde bereits im April 2011 dem Ausschuss das Stelenprojekt in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt. Danach habe die Standortsuche begonnen.

Der Wunschplatz des Komitees vor der Brücke der Burg lasse sich laut Bürgermeister Martin Brütsch wegen der dort verlegten Kanäle nicht verwirklichen. Außerdem habe das Denkmalamt wegen der Höhe der Stele Einspruch eingelegt.

Gedenkstein am Dr.-Moll-Platz. Karl Moll trug als Bürgermeister wesentlich zur touristischen Entwicklung von Meersburg bei und setzte sich 1928 mit Erfolg für eine Fährverbindung nach Konstanz ein.

In der Ausschusssitzung habe ein Stadtrat erklärt, er wolle die Stele nicht in der Innenstadt sehen: Die Staufer seien für ihr Kunstverständnis bekannt gewesen und würden sich angesichts der Stele im Grab umdrehen.

Ein anderer habe die Meinung vertreten, der Dr.-Moll-Platz sei eine Notlösung: "Bevor wir das Ding irgendwo hinstellen, nur damit wir's haben, sollten wir lieber einen Schnitt machen."

Andere Stadträte seien hingegen der Meinung gewesen, der etwas abgelegene Dr.-Moll-Platz werde durch die Stauferstele "etwas mehr in die Köpfe der Meersburger" rücken.

Iris Müller, Abteilungsleiterin Tourismus und Veranstaltungen, habe den Platz ebenfalls befürwortet. Die Touristinformation empfehle ihn gezielt Gästen, "die ruhige Orte suchen." Bis auf eine Enthaltung stimmten alle Räte für die Errichtung der Stauferstele auf dem Dr.-Moll-Platz.

Seit 2011 hat man von diesem Projekt nie mehr etwas gehört.

Geplante Stauferstelen

stauferstelen.net